Wissenschaft

Sensation!

Archäologische Funde bei Grabungen an der Halle 29!

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Im Zuge von Grabungen kam es heute, am 06.06.2005, im Bereich der Halle 29 zu historisch extrem bedeutsamen Funden. Die Grabungen waren notwendig geworden, um neue Heizungsrohre bis zu den Tribünengebäuden zu verlegen. Nach einigen Stunden trafen die Bagger in einem Meter Tiefe auf bedeutsame antike Artefakte, deren wissenschaftliche Aussagekraft nicht hoch genug geschätzt werden kann.

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In einer Erdschicht in ca. 1m Tiefe, welche nach ersten vorsichtigen Schätzungen auf die Zeit zwischen 38 n.Ch. bis 128 n.Ch. bedatet werden kann, wurde dieser extrem gut erhaltene römische Skull gefunden. Nur durch die einzigartige Kombination aus kieselsäurehaltigen Geröllschichten und kristallklarem weichen Wasser, wie sie in den Erdschichten rund um die Ruderregattastrecke anzutreffen ist, war eine solch erstklassige Konservierung über fast 2000 Jahre möglich.

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Die sofort herbeigerufenen Archäologen (siehe Bild links) zeigten sich begeistert über den Zustand und die professionelle Durchführung dieser Grabungsaktionen. Weitere Grabungen auch innerhalb der Halle 29 wurden deshalb veranlaßt. Dadurch werden sich die eigentlichen Bauarbeiten zur Verlegung der Heizungsrohre wohl noch ein wenig verzögern. Aber zur Hilfe der Wissenschaft ist dies wohl nur ein kleiner Preis. So sagte selbst der erfahrene Ausgrabungsleiter: "Ich bin gespannt, welche weiteren Artefakte wir hier noch finden werden!"

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Der Skull selbst scheint eine alte, bisher verloren geglaubte Spur zu bestätigen, derzufolge es bereits zur Römerzeit an der Stelle der heutigen Ruderregattastrecke eine Trainingseinrichtung für römische Galeerensoldaten gegeben haben muß. Bereits zur Zeit der römischen Legionen war "Job-Rotation" eine beliebte und vor allem sehr effektive Form, Arbeitnehmer auch über längere Zeit zu motivieren. Im Zuge der römischen Motivationsprogramme wurden Galeerensoldaten zeitweilig für etliche Monate zum Dienst an den Limes versetzt. Um aber die exzellenten Ruderfähigkeiten nicht einrosten zu lassen, wurde ein antiker Vorläufer der heutigen Ruderregattastrecke geschaffen. Leider wurde diese mit dem Einfall der Goten, Hunnen und anderer Völker wieder zugeschüttet und geriet in Vergessenheit. Erst im Jahre 1972 konnte an dieser Stelle das Rudertraining wieder aufgenommen werden.

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Die Ausgrabungsstelle wird momentan präzise vermessen und bis zu den Tribünengebäuden ausgeweitet. Der heutige Fund stellt wahrscheinlich nur den Anfang von noch vielen weiteren begeisternden Funden dar, die an dieser Stelle gemacht werden können. Experten erhoffen sich hieraus einen tiefen Einblick in die römischen Rudertechniken und sind - vorsichtig - zuversichtlich, eventuell Hinweise auf den Gral der römischen Ruderarchäologie, den sagenhaften römischen Tripel-Achter zu finden.

Oliver Klaus 06.06.2005